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Gerade geerntet, schon verarbeitet

Gerade geerntet, schon verarbeitet

Stollenwerk füllt täglich bis zu eine Million Portionen ab  

Ein Kohlkopf nach dem anderen läuft über das Band und verschwindet in der großen Halle. Zwischen großen Bottichen rattern Maschinen, die den Kohl zerkleinern und weiter transportieren, bis irgendwann Sauerkraut, in Tüten verpackt, das Gelände der Firma Stollenwerk verlässt.

Auf dem Hof stehen mehr als 40 Lastwagen, die tagein, tagaus Waren wegfahren oder bringen. Bis zu eine Million Gläser werden in dem Unternehmen in Merzenich-Girbelsrath täglich mit Obst-, Gemüse- und Sauerkonserven gefüllt. Alles, was auf dem 23 Hektar großen Betriebsgelände produziert, verarbeitet, verladen und ausgeliefert wird, stammt aus dem Vertrags- und Eigenanbau.

„In Nord- und Ostdeutschland haben wir weitere Ackerflächen“, sagt Willy Stollenwerk, der Mitte der 1950er Jahre mit seinem Bruder Josef den landwirtschaftlichen Betrieb von seinen Eltern übernahm. Teil seines Lebenswerkes Stollenwerk, Jahrgang 1935, sitzt an diesem Nachmittag in einem der Konferenzräume, neben ihm sein Neffe Willi und sein Sohn Karl-Hubert, die heute die Geschäfte führen.

Willy Stollenwerk kommt heute noch einige Male in der Woche ins Unternehmen, nicht, um zu kontrollieren, sondern weil das Unternehmen ein Teil seines Lebenswerks ist.

Gegründet wurde es 1932 in Bergerhausen bei Blatzheim, damals als landwirtschaftlicher Betrieb. Während sich seine Eltern auf den reinen Gemüseanbau konzentrierten, entwickelten Josef und Willy Stollenwerk die Geschäftsidee weiter. Willy Stollenwerk lernte in Karlsruhe, wie Konserven hergestellt werden und begann 1962 mit seinem Bruder die Produktion.
So ist es bis heute, freilich mit dem Unterschied, dass die Mengen ungemein gewachsen sind. Tausende Tonnen werden während der Saison Monat für Monat verarbeitet und in Gläsern, Konservendosen oder Beuteln in alle Welt geliefert.

Zu den Kunden zählen die großen Supermarkt- und Discount-Konzerne Deutschlands. Stollenwerk gehört selbst zu den Großen, beschäftigt in Merzenich rund 250 Mitarbeiter (plus Saisonkräfte), alles in allem bundesweit an den vier Standorten knapp 500.

Seit 1985 sitzt das Unternehmen in Merzenich. „Wir waren damals die ersten im neuen Gewerbegebiet“, sagt Willy Stollenwerk und schaut in die Runde. An diesem Tag sind Landrat Wolfgang Spelthahn, die Leiterin der Wirtschaftsförderung des Kreises Düren, Anette Winkler, und Merzenichs Bürgermeister Georg Gelhausen zu Besuch. „Der Kreis Düren braucht Unternehmer wie Sie“, sagt der Landrat. „Ohne den Mut von Unternehmern, die jeden Tag ins persönliche Risiko gehen, kämen wir nicht voran.“

Willy Stollenwerk wird das gerne hören, Karl-Hubert, sein Sohn, und Willi, Sohn von Josef Stollenwerk, auch. Dass Willi und Karl-Hubert, die 1992 ins Unternehmen eingestiegen sind, heute auf den Chefsesseln sitzen, ist gewissermaßen logische Konsequenz ihres Aufwachsens. „Mein Vater hat mich als Kind immer mitgenommen“, sagt Karl-Hubert, 51. Die Aussicht, auf dem Firmengelände Traktor zu fahren oder einfach nur zu spielen, sei immer verlockend gewesen. Natürlich haben beide das Unternehmen von der Pike auf kennengelernt, haben am Band gestanden und Kohl verarbeitet, verladen und geerntet. „Sie hatten immer Interesse und sind entsprechend erzogen worden“, sagt Willy Stollenwerk. Karl-Hubert und Willi Stollenwerk sind im elterlichen Betrieb groß geworden. Immer schwerer, Fachpersonal zu finden Längst sind sie mit allen Prozessen vertraut. Dass es immer schwerer wird, Fachpersonal zu finden, wissen und spüren sie seit langem. Ihr Betrieb habe „immer schon auf hohe Qualität geachtet“, das gehöre zur Firmenphilosophie, sagt Willi Stollenwerk. Das Unternehmen werde regelmäßig kontrolliert und müsse hohe Standards erfüllen. In diesem Jahr litten die Stollenwerks besonders unter der langanhaltenden Hitze und der daraus folgenden Trockenheit. „Teilweise haben wir nur die Hälfte ernten können“, sagt Geschäftsführer Willi Stollenwerk. Zwar habe der Bund Dürrebeihilfen in Aussicht gestellt.

Hohe bürokratische Hürden verhinderten aber eine effektive Unterstützung. Auf die Frage, was ihm persönlich das Unternehmertum über all die Jahrzehnte gegeben habe, sagt Willy

Stollenwerk: „Ich habe es immer als Ehre empfunden, so viel Verantwortung vor allem für unsere Mitarbeiter zu haben – wir waren und sind immer für die Beschäftigten da.“ So sehen es auch Karl-Hubert und Willi Stollenwerk. Die Mitarbeiter seien das wichtigste Kapital, betonen sie. Dass das Unternehmen Stollenwerk weiter ein Familienunternehmen bleibt, ist durchaus möglich. Karl-Hubert Stollenwerk macht es ein bisschen wie sein Vater. Seine Kinder nimmt er immer wieder mit in den Betrieb. „Sie haben Interesse“, sagt er. Auch bei Willi Stollenwerk steht die nächste Generation in den Startlöchern. Das sind keine schlechten Voraussetzungen.

(Quelle: Kreis Düren, Kreis Rund-Magazin 4/2018)

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