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Auch der Wald befindet sich im Ausnahmezustand

Auch der Wald befindet sich im Ausnahmezustand

Es scheint fast so, als sei der Klimawandel aufgrund der Corona-Krise in Vergessenheit geraten. Doch er ist da, und zwar so präsent wie selten zuvor. Das geht aus der aktuellen Waldzustandserhebung hervor, die vom Bundeslandwirtschaftsministerium in Auftrag gegeben wurde.

Demnach hat sich der Kronenzustand bei allen Baumarten weiter verschlechtert. Die sogenannte „Kronenverlichtung“ hat deutlich zugenommen, auch wurde ein verstärktes Absterben von Bäumen beobachtet.

Wie das Thünen-Institut (TI) als Koordinator der Erhebung hierzu mitteilte, haben die letzten beiden Jahre 2018 und 2019 gezeigt, dass der Klimawandel endgültig und für alle sichtbar im deutschen Wald angekommen ist. Die anhaltende Dürre in den Vegetationszeiten hat verbreitet zum vorzeitigen Abfallen der Blätter geführt. Bei der Fichte begünstigte sie die weitere Massenvermehrung von Borkenkäfern.

Die mittlere Kronenverlichtung der Laubbäume nehme bereits seit Jahren zu, vor allem bedingt durch den schlechten Zustand der Eichen. In den beiden letzten Jahren zeige sich aber auch bei Buchen ein sprunghafter Anstieg der Kronenverlichtung auf 47 Prozent.

Anders als bisher steige auch bei Nadelbäumen die Kronenverlichtung seit 2018 deutlich an. Insbesondere der Zustand der Fichten sei besorgniserregend: Nur 28 Prozent der untersuchten Bäume seien ohne Verlichtung, 36 Prozent zeigten eine deutliche Verlichtung. Das seien mit die schlechtesten Werte seit Beginn der Erhebungen vor 35 Jahren.

Besorgt zeigen sich die Forscher, dass neben der Kronenverlichtung sich 2019 auch die Mortalitätsrate bei Laub- und bei Nadelbäumen drastisch erhöht habe. Sie sei 2019 mehr als doppelt so hoch wie in den Vorjahren. 180.000 Hektar Wald seien bereits abgestorben.

Das Institut rechnet auch für dieses Jahr mit keiner Besserung. Schuld sei unter anderem die hohe Anzahl an Schadinsekten bedingt durch den milden Winter und die im Wald verbliebenen Schadholzmengen.

Angesichts der massiven Waldschäden seit 2018 infolge des Klimawandels und der wirtschaftlichen Herausforderungen für den Waldbesitz fordern die kommunalen Spitzenverbände eine Honorierung von Ökosystemdienstleistungen der Wälder und hier insbesondere der Klimaschutzleistungen. Diese Forderung werden von weiteren Forstwirtschafts-, Naturschutz-, Jagd- und Verbänden des Erholungs- und Gesundheitssektors unterstützt und wurden ebenfalls an Bund und Länder herangetragen.

Die Broschüre „Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2019“ kann auf der Internetseite des Bundeslandwirtschaftsministeriums bestellt werden: https://www.bmel.de/DE/themen/wald/wald-in-deutschland/wald-trockenheit-klimawandel.html;jsessionid=8744F4585D0808F12C601E01EAA4B87A.internet2832

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